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Kubys Kolumne, März 2010 

 

 

DIE ERDE BEBT

in Haiti, in Chile, in der Türkei. Wann bebt ein Wesen? Wenn es wütend ist, wenn es aus der Haut fahren könnte. Beben vor Zorn, beben vor Erregung - diese Gefühle müssen wir untersuchen, wenn wir verstehen wollen, warum die Erde bebt.

Wir brauchen nicht lange spekulieren, die Erde ist ein Wesen, wie du und ich, wie die Ameise und das Blatt am Baum oder jedes Atom in diesem Universum. Alle schwingen miteinander und jede Schwingung bedeutet Entwicklung. Diese Entwicklungen verlaufen nicht gradlinig oder regelmäßig, sondern sprunghaft, dramatisch, expotentiell. Genau das erfahren wir zurzeit auf heftige Weise. Viele, viele Menschen leiden darunter oder sterben sogar dabei.

Warum spüren wir nicht frühzeitig, dass sich eine dramatische Entwicklung anbahnt? Wir könnten reagieren, rechtzeitig die Häuser verlassen und uns vor der großen Tsunami-Welle auf die Höhe retten. Jedes große Ereignis wirft seine Schatten voraus. Die Messungen des globalen Magnetfeldes zeigten zum Beispiel bereits 15 Stunden vor dem 11. September 2001 einen dramatisch hohen Ausschlag, wie auch bei dem Tzumani 2005 im Indischen Ozean. Tiere scheinen solche Schwingungen viel früher zu spüren und vor allem scheinen sie sie auch zu verstehen. Die meisten Tiere, die frei waren, konnten sich vor dem Tsunami retten. Nur wenige Menschen haben das Gespür der Tiere, dabei sehen wir uns als Krönung der Schöpfung.

Anfang des Jahres hat die im Vatikan abgehaltene Konferenz über die Evolutionstheorie den Schulterschluss zwischen Religion und Wissenschaft in der Frage gesucht „Ist der Mensch, das am höchsten entwickelte Wesen auf Erden oder gar im Universum?“ Lächerlich diese Frage: Tiere besitzen mit Gehirnen, die wesentlich kleiner sind als unsere, Fähigkeiten, die für uns absolut unerreichbar erscheinen, wie Orientierungssinn, Leistungsausdauer, Sozialverhalten, Futterverwertung etc.. Der Mensch scheint nicht das am höchsten entwickelte Wesen zu sein, sondern das bornierteste und arroganteste Wesen unter der Sonne. Tolstoi sagte: Solange es Schlachthäuser gibt, werden Schlachten geschlagen. Unser Verhältnis zum Tier, zu den Pflanzen und damit auch zur Erde ist nachhaltig gestört, um nicht zu sagen krank. Wir sind nicht in der Lage mit unseren Mit-Wesen zu kommunizieren, geschweige ihre Bedürfnisse zu fühlen. Manche Menschen können das nicht einmal mehr bei ihren eigenen Kindern. Also schreien die Kinder und die Erde bebt.

Das soll nicht heißen, wenn wir uns in die unendliche Gemeinschaft der Wesen harmonisch einordnen könnten, dass dann die Erde nie wieder beben würde. Auch ein Kind, dessen Bedürfnisse Erwachsene erfühlen, wird dennoch mal wieder schreien. Die Frage ist nur, müssen wir weiterhin damit so ignorant umgehen? Nein, wir könnten wesentlich feinfühliger werden, zumindest so sensibel wie unsere Computer, die doch um ein unendlich Vielfaches gröber sind als jede Ameise.

Was steht uns im Weg, wenn wir einfühlsamer sein wollen? - Unser materialistisches Bewusstsein! Wir glauben, die Welt aus der Ratio heraus regieren zu müssen. Die Ratio ist begrenzt durch Raum und Zeit und kann daher nur ganz bestimmte und wichtige Aufgaben erfüllen. Das ganzheitliche Leben im Verbund mit allen Wesen kann die Ratio aber nicht erfassen. Dafür ist sie auch nicht geschaffen, dafür haben wir unsere Intuition. Leider werden intuitive Fähigkeiten von unserem Bildungssystem weder gefordert noch gefördert. Bildung vom Kindergarten bis zur Uni bemüht sich darum, aus dem Menschen ein ordentliches, berechenbares, vernünftiges, rationales Wesen zu machen. Intuition ist Privatsache. Davon dürfen Frauen etwas mehr besitzen als Männer. Gesellschaftlich spielt Intuition keine Rolle, obwohl wir alle auch eine rechte Gehirnhälfte besitzen, zumindest tragen wir sie herum. Wir entwickeln sie aber nicht. Jahrzehnte lang schulen wir unsere linke Gehirnhälfte. Für die rechte, die Intuition, gibt es kein Kurrikulum.

Genau aus diesem Grund laufen Erdbeben und andere Entwicklungssprünge so katastrophal ab. Würden wir soviel Energie in die Ausbildung unserer Intuition stecken, wie in die Ratio, würden wir große Veränderungen in jedem Bereich erahnen, erspüren, sehen, verstehen und entsprechend frühzeitig auf sie reagieren, so wie die von uns als „dumm, gefühl- und seelenlos“ gesehenen Tiere.

Vielleicht könnten wir uns mal fragen: Was soll uns dieses Erdbeben sagen? Welcher Entwicklungsschritt steht für die Menschheit an? Auch individuell lernen wir uns nur durch Krisen, Krankheiten und Konflikte zu entwickeln. Deshalb ist es im großen, gesellschaftlichen Maßstab nicht anders. Man könnte daraus Konsequenzen ziehen und anstatt lieber zu leiden als zu lernen, lieber lernen als zu leiden.

Intuition lernen wir am wirkungsvollsten durch Selbstheilung, denn die funktioniert nicht mit unserem materialistischen, rein rationalem Bewusstsein. In Selbstheilungsprozessen spüren wir jeden Fortschritt körperlich und erfahren Heilung durch eine glücklich machende Wirklichkeit, die wir uns selbst erschaffen haben. Wir lernen, durch unsere Intuition, für jede Art von Problemen, Lösungen herbei zu führen, sei es für ein Beziehungs-, Geld-, Arbeits-  oder ein körperliches Problem, oder sei es die Fähigkeit zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, wie freie Tiere.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen hohe Flexibilität und Spürsinn. Wir werden diese Fähigkeiten brauchen und zwar bald und immer öfter.

Ihr

Clemens Kuby

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